Navigation und Service

Inhalt

  • Aktuelle Wirtschafts- und Finanzlage

    Kon­junk­tur­ent­wick­lung aus fi­nanz­po­li­ti­scher Sicht

    Krieg dämpft wirtschaftliche Entwicklung, Prognoseunsicherheit ist hoch

    Die konjunkturelle Dynamik in Deutschland wurde in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres zunächst durch hohe Corona-Infektionszahlen im Zuge der Omikron-Welle und anschließend durch die Auswirkungen der russischen Invasion in die Ukraine gebremst. Dennoch war im 1. Quartal 2022 ein leichtes Plus bei der gesamtwirtschaftlichen Aktivität zu verzeichnen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag laut Schnellschätzung des Statistischen Bundesamts in preis-, kalender- und saisonbereinigter Rechnung um 0,2 Prozent höher als im Vorquartal, wozu verwendungsseitig insbesondere gestiegene Investitionen beitrugen. Entstehungsseitig kamen in den ersten beiden Monaten des Jahres positive Signale sowohl aus dem Dienstleistungssektor als auch von der Industrieproduktion. Im März 2022 hingegen war bei der Industrieproduktion angesichts der Auswirkungen des russischen Angriffskriegs insbesondere durch dadurch ausgelöste Preisanstiege bei Energiegütern und Engpässe bei Vorprodukten ein merklicher Rückgang zu verzeichnen. Die Einzelhandelsumsätze als wichtiger Indikator des Dienstleistungssektors stagnierten im März in preisbereinigter Rechnung.

    Für das laufende Quartal ist mit einer verhaltenen konjunkturellen Entwicklung zu rechnen. Verschärfte Materialengpässe, weiter erhöhter Preisdruck, die derzeit hohe (globale) Unsicherheit sowie Folgen der Lockdowns in China dürften sich spürbar bemerkbar machen. Aktuelle Stimmungsindikatoren deuten dabei auf unterschiedliche Entwicklungen in den Wirtschaftsbereichen hin. So verbesserte sich laut ifo Geschäftsklima im April 2022 bei insgesamt gedämpfter Stimmung die Einschätzung der aktuellen Lage im Dienstleistungssektor, in dem sich insbesondere der Bereich Transport und Logistik von dem Einbruch im Vormonat erholen konnte. Zudem verbesserte sich das Geschäftsklima im Gastgewerbe vor dem Hintergrund der sich wieder entspannenden Corona-Lage deutlich. Die Stimmung in der Baubranche hingegen verschlechterte sich angesichts von Materialengpässen und Preisanstiegen, die auch die Industriekonjunktur belasten.

    Im weiteren Jahresverlauf wird unter der Annahme abnehmender Lieferengpässe und keiner zusätzlichen erheblichen wirtschaftlichen Auswirkungen des Kriegs wieder mit einer spürbaren Aufwärtsbewegung gerechnet. Die Auftragsbücher in der Industrie sind gut gefüllt. Auch bei den Dienstleistungen ist – sofern keine erneuten merklichen pandemiebedingten Restriktionen eintreten – mit einer kräftigeren Grunddynamik zu rechnen. Für das Gesamtjahr 2022 erwartet die Bundesregierung in ihrer am 27. April 2022 veröffentlichten Frühjahrsprojektion einen BIP-Zuwachs von 2,2 Prozent. Dies entspricht im Vergleich zur Jahresprojektion vom Januar 2022 einer Abwärtsrevision von 1,4 Prozentpunkten, da sich die kurzfristige Entwicklung angesichts des Kriegs nun als schwächer darstellt. Im Jahr 2023 sollte sich die positive Grunddynamik des 2. Halbjahrs 2022 weiter fortsetzen und zu einem Wachstum der Wirtschaftsleistung um 2,5 Prozent führen. Die Prognoseunsicherheit ist aktuell außergewöhnlich hoch. Abwärtsrisiken für die Wirtschaftsleistung und Aufwärtsrisiken für die Inflationsentwicklung ergeben sich vor allem mit Blick auf die weiteren Auswirkungen des russischen Angriffskriegs, aber auch mit Blick auf den Fortgang der Pandemie und erneute damit verbundene Lieferengpässe.

    Die Eckwerte der Frühjahrsprojektion wurden auch der Steuerschätzung des Arbeitskreises „Steuerschätzungen“ vom 10. bis 12. Mai 2022 zugrunde gelegt. Die Ergebnisse des Arbeitskreises sind auf der Website des BMF veröffentlicht. Insgesamt ergibt sich gegenüber der vorangegangenen Steuerschätzung vom November 2021 ein merkliches Plus bei den erwarteten Einnahmen für dieses Jahr und die folgenden Jahre. Dies ist maßgeblich auf die deutlich bessere Ausgangsbasis zurückzuführen: Die Steuereinnahmen lagen zum Ende des vergangenen Jahres wesentlich höher als noch im November geschätzt, auch in den ersten vier Monaten dieses Jahres war die Einnahmeentwicklung kräftig. So lagen die Steuereinnahmen insgesamt (ohne Gemeindesteuern) im April 2022 um 9,9 Prozent über dem Ergebnis vom April 2021 (s. a. Bericht zu den Steuereinnahmen in dieser Ausgabe). Die mit der Frühjahrsprojektion verbundene hohe Prognoseunsicherheit strahlt dabei aber auch auf die Steuerschätzung aus. Sollten sich Abwärtsrisiken materialisieren, würde dies auch die Entwicklung der Steuereinnahmen beeinflussen. Darüber hinaus geht die Steuerschätzung stets vom geltenden Recht aus. Die insbesondere mit Blick auf die hohen Energiepreise auf den Weg gebrachten umfangreichen steuerlichen Entlastungen für Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen, die sich noch im Gesetzgebungsverfahren befinden, sind daher nicht in der Schätzung berücksichtigt. Ein detaillierter Bericht zu den Ergebnissen der Schätzung des Arbeitskreises „Steuerschätzungen“ erscheint in der nächsten Ausgabe des Monatsberichts.

    Rückgang der Warenexporte und Anstieg der Warenimporte im März

    Der nominale Warenhandel zeigte im März 2022 ein zweigeteiltes Bild mit spürbarem Rückgang bei den Exporten und Zuwachs bei den Importen. Die nominalen Warenexporte sanken kalender- und saisonbereinigt um 3,3 Prozent gegenüber dem Vormonat (nach +6,5 Prozent im Februar 2022). Im Vergleich zum Vorjahresmonat lagen die Ausfuhren um 8,1 Prozent höher. Die nominalen Warenimporte stiegen kalender- und saisonbereinigt um 3,4 Prozent gegenüber dem Vormonat an (nach +4,9 Prozent im Februar). Im Vorjahresvergleich lagen sie um 20,3 Prozent höher. Der Saldo der Warenhandelsbilanz betrug im März 9,7 Mrd. Euro und damit 11,1 Mrd. Euro weniger als im Vorjahresmonat.

    Im Warenhandel mit Russland sind die deutschen Exporte im Zuge des Kriegs und der verhängten Sanktionen im März eingebrochen (kalender- und saisonbereinigt um -62,3 Prozent). Die Wareneinfuhren sanken ebenfalls, hier ist der Rückgang mit 2,4 Prozent jedoch wesentlich geringer. Hierin dürften sich die deutlichen Preisanstiege bei Energie und anderen Rohstoffen unmittelbar nach Kriegsbeginn widerspiegeln.

    Die ifo Exporterwartungen haben sich im April 2022 nach dem deutlichen Einbruch im März 2022 wieder etwas erholt, vor allem in der Elektroindustrie und im Maschinenbau. Neben den Auswirkungen des Kriegs zeigen sich in den Indikatoren zum Außenhandel am aktuellen Rand insbesondere die Folgen der Pandemie in China mit Lockdowns und einhergehenden Unterbrechungen der Tätigkeit in den Häfen. Laut dem Institut für Weltwirtschaft in Kiel lagen Anfang Mai rund 3 Prozent der weltweiten Containerfrachtkapazität vor dem wichtigen Warenumschlagshafen in Shanghai im Stau. In den kommenden Wochen dürfte dies zu weiteren Verspätungen und Lieferengpässen führen.

    Die Bundesregierung rechnet gemäß Frühjahrsprojektion für 2022 bei unterstellter, wieder kräftigerer Dynamik im 2. Halbjahr mit einem Wachstum der Exporte von preisbereinigt 4,2 Prozent. Die Importe dürften mit 5,5 Prozent noch etwas kräftiger zulegen.

    Merklicher Rücksetzer für die Produktion im März

    Nach Zuwächsen zu Jahresbeginn erfuhr die Produktion im Produzierenden Gewerbe im März infolge des russischen Angriffskriegs in der Ukraine einen deutlichen Dämpfer, was maßgeblich auf kräftige Energiepreissteigerungen sowie durch den Krieg hinzugekommene Materialengpässe zurückzuführen sein dürfte. Die Produktion sank saisonbereinigt spürbar um 3,9 Prozent gegenüber dem Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag sie um 3,5 Prozent niedriger. Nach Wirtschaftsbereichen waren im März insbesondere die Kfz-Herstellung (-14,0 Prozent gegenüber Februar) und der Maschinenbau (-5,3 Prozent) stark rückläufig. Die Bauproduktion stieg dagegen leicht um 1,1 Prozent gegenüber dem Vormonat.

    Auch Umsätze und Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe entwickelten sich im März 2022 deutlich rückläufig. Der Umsatz lag saisonbereinigt um 5,9 Prozent niedriger als im Vormonat und 6,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die Auftragseingänge sanken um saisonbereinigt 4,7 Prozent gegenüber dem Vormonat und lagen um 3,1 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats.

    Das ifo Geschäftsklima im Verarbeitenden Gewerbe verbesserte sich nach zuvor merklichem Rückgang im April wieder etwas, was auf weniger pessimistische Geschäftserwartungen der Unternehmen zurückzuführen war. Die aktuelle Lage hingegen wurde als etwas schlechter beurteilt als noch im März. Im Bauhauptgewerbe hingegen verschlechterte sich das Geschäftsklima deutlich. Die Unternehmen zeigten sich dabei sowohl weniger zufrieden mit der aktuellen Geschäftslage als auch pessimistischer bezüglich des Ausblicks für die kommenden Monate. Die Stimmung dürfte durch Materialengpässe und Preisanstiege getrübt sein, die auch die Industriekonjunktur belasten.

    Weiteren Befragungen des ifo Instituts zufolge entspannte sich allerdings der Materialmangel in der Industrie im April nach dem spürbaren Anstieg im März auf hohem Niveau wieder etwas. 75 Prozent der Unternehmen berichteten von Engpässen bei Rohstoffen und Vorprodukten (nach 80 Prozent im März). Vor diesem Hintergrund und angesichts der starken Energiepreissteigerungen planen 73 Prozent der Industrieunternehmen für die nächsten drei Monate Preiserhöhungen. Trotz der genannten Probleme gingen im April die subjektiv wahrgenommene Existenzbedrohung sowie die Inanspruchnahme von Kurzarbeit im Verarbeitenden Gewerbe zurück.

    Insgesamt rechnet die Bundesregierung in der Frühjahrsprojektion bei erwartetem Nachlassen der Lieferengpässe und angesichts der gut gefüllten Auftragsbücher im Laufe der 2. Jahreshälfte mit spürbaren Impulsen aus der Industrie. Dabei ist der Ausblick wie auch beim Außenhandel in der aktuellen Situation von hoher Unsicherheit und Abwärtsrisiken gekennzeichnet.

    Konsumstimmung derzeit weiterhin eingetrübt

    Nach leichtem Zugewinn im Vormonat gaben die Einzelhandelsumsätze (ohne Kfz) im März wieder etwas nach und sanken preis-, kalender- und saisonbereinigt um 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnete der Einzelhandel im März 2022 ein Minus von 2,7 Prozent. Nach Einzelbereichen lagen die Umsätze im Zeitraum Januar bis März 2022 bei Lebensmitteln/Getränken/Tabak um 6,6 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. Demgegenüber war im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln ein Umsatzplus von 10,2 Prozent zu verzeichnen. Dabei fiel vor allem der Umsatzzuwachs im Bereich Textilien/Bekleidung/Schuhe/Lederwaren mit 118,4 Prozent weiterhin erheblich aus, worin sich aber maßgeblich das niedrige Niveau im Vorjahreszeitraum aufgrund des Lockdowns widerspiegelt. Beim Internet- und Versandhandel, der in der Pandemie stark zugelegt hatte, war ein Rückgang von 10,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu verzeichnen.

    Der Umsatz im Gastgewerbe stieg im März 2022 preis-, kalender- und saisonbereinigt um 6,2 Prozent gegenüber dem Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat hat sich der Umsatz – bedingt durch die niedrige Vorjahresbasis – mehr als verdoppelt (114,8 Prozent). Im Vergleich zum Vorkrisenmonat Februar 2020 war der Gastgewerbeumsatz dennoch um 27,7 Prozent niedriger.

    Die aktuellen Stimmungsindikatoren sind deutlich durch den Krieg beeinflusst. Im Einzelhandel gab das ifo Geschäftsklima im April 2022 nach deutlichem Einbruch im März nochmals etwas nach. Hierbei wurde insbesondere die aktuelle Lage schlechter eingeschätzt als im Vormonat, als sich die Einschätzung noch etwas verbessert hatte. Auch die Verbraucherstimmung hat sich im April zum zweiten Mal in Folge deutlich verschlechtert. Laut GfK Konsumklima mussten sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartungen als auch die Anschaffungsneigung spürbare Einbußen hinnehmen. Der Krieg sowie einhergehende Inflationssorgen belasten laut der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) die Konsumlaune der Verbraucherinnen und Verbraucher. Für den Monat Mai prognostiziert die GfK für das Konsumklima einen Wert von -26,5 Punkten und damit 10,8 Punkte weniger als im April.

    Angesichts der derzeitigen Entwicklungen rechnet die Bundesregierung in ihrer Frühjahrsprojektion mit einer etwas schwächeren Entwicklung des privaten Konsums in realer Rechnung als noch in der Jahresprojektion vom Januar 2022. Erwartet wird für dieses Jahr ein Anstieg von 3,7 Prozent. Trotz der schwächeren Dynamik bleibt der private Konsum damit wichtige Triebfeder der wirtschaftlichen Aufwärtsbewegung.

    Am Arbeitsmarkt setzte sich der positive Trend fort

    Am Arbeitsmarkt setzte sich die Erholung am aktuellen Rand weiter fort. Die Zahl der als arbeitslos registrierten Personen lag im April nach Ursprungswerten bei 2,31 Millionen, saisonbereinigt kam es gegenüber dem Vormonat zu einem leichten Rückgang um 13.000 Personen. Die Arbeitslosenquote verblieb bei 5,0 Prozent. Erwerbstätig waren im März 2022 nach Inländerkonzept und Ursprungswerten 45,2 Millionen Personen; damit wurde erstmals wieder das Vor-Corona-Niveau vom Februar 2020 überschritten. Gegenüber Vormonat stieg die Erwerbstätigkeit kräftig um 85.000 Personen an.

    Nach Hochrechnungen der Bundesagentur für Arbeit erhielten im Februar 723.000 Beschäftigte konjunkturelles Kurzarbeitergeld – ein spürbarer Rückgang gegenüber Januar. Das ifo Institut geht für März und insbesondere April von deutlich sinkender Inanspruchnahme von Kurzarbeit aus, insbesondere in den von Corona betroffenen Branchen. Insgesamt liegt die Inanspruchnahme von Kurzarbeit deutlich unter den Werten des Vorjahres.

    Umfragebasierte Frühindikatoren des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sowie des ifo Instituts signalisieren für die nächsten Monate eine Fortsetzung der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt, insbesondere bei den Dienstleistungen. Lediglich in der Industrie ging die Einstellungsbereitschaft zurück, verblieb aber im positiven Bereich. Auch die Bundesregierung erwartet in ihrer Frühjahrsprojektion, dass die positive Entwicklung anhält. Im Jahresdurchschnitt 2022 dürfte die Arbeitslosenquote auf das Vorkrisenniveau von 5,0 Prozent zurückgehen und die Erwerbstätigkeit gegenüber 2021 deutlich um 1,0 Prozent ansteigen.

    Inflation im April nach wie vor sehr stark erhöht

    Die Inflationsrate (Veränderung des Verbraucherpreisindex gegenüber dem Vorjahresmonat) lag nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes im April bei 7,4 Prozent und damit weiterhin auf stark erhöhtem Niveau. Dies entspricht einem (nichtsaisonbereinigten) Anstieg des Index gegenüber März um 0,8 Prozent.

    Im Einzelnen betrug die Inflationsrate beim Gesamtindex für Waren 12,2 Prozent (nach 12,3 Prozent im März), darunter 35,3 Prozent für Energie (nach 39,5 Prozent) und 8,6 Prozent für Nahrungsmittel (nach 6,2 Prozent). Die jährliche Veränderungsrate des Index für Dienstleistungen stieg mit 3,2 Prozent ebenfalls (nach 2,8 Prozent), darunter eine Rate von 1,6 Prozent bei Wohnungsmieten (nach 1,5 Prozent). Maßgeblicher Treiber war vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine damit unverändert der Preisindex für Energie, auch wenn sich dort der Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat leicht abgeschwächt hat. Die zunehmenden Preissteigerungsraten bei Lebensmitteln reflektieren zum einen den starken Einfluss von Energie als Kostenfaktor für diesen Bereich. Zum anderen haben sich infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine Preise für einige Agrargüter, vor allem Weizen, an den internationalen Märkten stark verteuert, was im Verlauf für weiteren Kostendruck sorgen könnte.

    Die Bundesregierung erwartet in der Frühjahrsprojektion jahresdurchschnittliche Inflationsraten von 6,1 Prozent im laufenden und 2,8 Prozent im kommenden Jahr. Aufwärtsrisiken bestehen dabei zum einen mit Blick auf die weitere Entwicklung der Energiepreise infolge des Konflikts in der Ukraine: Hier wurde in der Projektion auf Basis der Terminnotierungen für Öl und Gas unterstellt, dass die Weltmarktpreise bis Dezember 2023 sukzessive wieder auf ein etwas niedrigeres Niveau zurückgehen. Zum anderen könnte die pandemische Situation in China – ähnlich der aktuellen Lage in Shanghai mit „Containerstau“ im Hafen – für erneute oder länger als unterstellt anhaltende Lieferengpässe und damit auch für zusätzlichen Preisdruck in Deutschland sorgen.

    Finanzpolitisch wichtige Wirtschaftsdaten

    Tabelle vergrößern
    Tabelle 1
    BIP-Wachstum und ifo Geschäftsklima Deutschland
    Verlaufsdiagramm mit Säulen und horizontalen Linien „BIP-Wachstum und ifo Geschäftsklima Deutschland“: 3 Kurven zeigen den Verlauf der saisonbereinigten Salden der Geschäftserwartungen, des Geschäftsklimas und der Geschäftslage von Januar 2016 bis April 2022. Im April 2022 sind die Salden im Vergleich zum Vormonat gestiegen.Aktuelle Salden für April 2022:Geschäftserwartung: 21,51Geschäftsklima: 0,67Geschäftslage: -18,21Außerdem wird in Form von Säulen das reale BIP pro Quartal in Prozent zum Vorjahr gezeigt. Im Jahr 2020 und zu Beginn des Jahres 2021 sind die Säulen im Minus. Seit Mitte 2021 liegen sie wieder im Plus.In Form von horizontalen Linien wird außerdem der BIP-Jahresdurchschnitt von 2016 bis 2021 in Prozent zum Vorjahr gezeigt. Datenwerte: 2016: 2,2 %; 2017: 2,7 %; 2018: 1,1 %; 2019: 1,1 %; 2020: -4,6 %; 2021: 2,9 %Quellen: Statistisches Bundesamt, ifo Institut, eigene Berechnungen
    Im April 2018 löste das ifo Geschäftsklima Deutschland den bisherigen Index für die Gewerbliche Wirtschaft ab. <br> Quellen: Statistisches Bundesamt, ifo Institut, eigene Berechnungen
    nullBIP (Quartal), real, % zum VorjahrGeschäftsklima, saisonbereinigte SaldenGeschäftserwartungen, saisonbereinigte SaldenGeschäftslage, saisonbereinigte SaldenBIP (Jahresdurchschnitt), real, % zum Vorjahr
    01.01.2016null17,8319527,472448,60002null
    01.02.20162,215,7522727,095724,975432,2
    01.03.2016null16,8666926,333337,7962,2
    01.04.2016null19,1056728,4702210,124962,2
    01.05.20163,619,012429,356339,134992,2
    01.06.2016null19,3147831,480587,788382,2
    01.07.2016null19,0568928,816159,713872,2
    01.08.20161,918,170828,06878,702472,2
    01.09.2016null19,6907828,6507211,081942,2
    01.10.2016null20,7123328,7344912,971522,2
    01.11.20161,421,5480532,3139311,281092,2
    01.12.2016null20,1905531,22779,68024null
    01.01.2017null21,2928231,3838811,641852,7
    01.02.20173,621,2495332,9185910,165082,7
    01.03.2017null23,1362835,421911,491792,7
    01.04.2017null26,9045539,2930915,157392,7
    01.05.20171,325,765439,6220212,710062,7
    01.06.2017null25,1229139,6300111,494062,7
    01.07.2017null26,9534343,6667111,386532,7
    01.08.20172,726,2896141,068712,416572,7
    01.09.2017null26,1530840,6507212,528842,7
    01.10.2017null27,7384642,8230513,590952,7
    01.11.20173,128,7325342,2253615,99132,7
    01.12.2017null28,3196343,227714,32532null
    01.01.2018null29,5441546,5610113,701751,1
    01.02.20181,427,818145,4831611,424231,1
    01.03.2018null27,7661743,421913,117341,1
    01.04.2018null27,2574743,4702212,124341,1
    01.05.20182,226,612945,444899,225811,1
    01.06.2018null23,0439642,480585,165341,1
    01.07.2018null22,1752841,904724,054951,1
    01.08.20180,426,4146943,9801310,113881,1
    01.09.2018null25,664543,650729,006031,1
    01.10.2018null23,9272941,911627,279961,1
    01.11.20180,322,7139541,13685,698611,1
    01.12.2018null20,4701439,22773,18333null
    01.01.2019null18,3736138,73814-0,253811,1
    01.02.20191,515,7299235,48316-2,366341,1
    01.03.2019null19,7184336,986473,708621,1
    01.04.2019null20,8214837,905644,964141,1
    01.05.20190,116,9688733,444891,655691,1
    01.06.2019null12,439331,63001-5,161451,1
    01.07.2019null8,9302728,84384-9,250471,1
    01.08.20191,85,212321,89157-10,213221,1
    01.09.2019null5,8532724,73928-11,445651,1
    01.10.2019null6,2804822,82305-9,033951,1
    01.11.20190,77,2610223,1368-7,485231,1
    01.12.2019null10,1756825,31626-3,94751null
    01.01.2020null10,1779726,64958-5,09657-4,6
    01.02.2020-1,59,8582224,91859-4,19372-4,6
    01.03.2020null-10,2917511,4219-29,77535-4,6
    01.04.2020null-35,11951-19,61835-49,28858-4,6
    01.05.2020-11,3-24,33007-19,55511-28,97867-4,6
    01.06.2020null-12,36373-14,19285-10,5166-4,6
    01.07.2020null-3,961-7,33329-0,52969-4,6
    01.08.2020-3,60,66403-0,108431,43947-4,6
    01.09.2020null2,865663,610132,12391-4,6
    01.10.2020null2,194185,73449-1,2852-4,6
    01.11.2020-1,9-0,879565,02794-6,61685-4,6
    01.12.2020null2,694238,55427-3,00116null
    01.01.2021null-1,260973,47244-5,884282,9
    01.02.2021-32,980517,09572-1,052922,9
    01.03.2021null11,5272412,421910,636342,9
    01.04.2021null10,7979114,293097,359742,9
    01.05.202110,816,8156419,4448914,217892,9
    01.06.2021null22,3918628,8071516,156442,9
    01.07.2021null20,2181429,5781511,239752,9
    01.08.20212,818,1820531,980135,204672,9
    01.09.2021null16,8083529,521574,799322,9
    01.10.2021null14,1733628,734490,539192,9
    01.11.20211,811,2548726,1165-2,629972,9
    01.12.2021null7,1511521,2277-6,029722,9
    01.01.2022null10,1554319,383881,31519null
    01.02.2022415,8047725,007156,97876null
    01.03.2022null-1,6243121,20419-22,09689null
    01.04.2022null0,6708321,5108-18,2085null
    Abbildung 1

Fußzeile