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Mit dem Konjunkturprogramm und dem Klimaschutzprogramm 2030 tut die Bundesregierung viel für den Klimaschutz. Um den Nachhaltigkeitsgedanken auch im Finanzmarkt zu stärken, wurde mit dem Klimaschutzprogramm 2030 die Emission von Grünen Bundeswertpapieren beschlossen. Diese haben die gleichen Merkmale wie klassische Bundeswertpapiere und werden daher auch als „Grüne Zwillinge“ bezeichnet. Ihnen werden aber zusätzlich Haushaltausgaben zugeordnet, die einen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten.

Im Jahr 2020 hat der Bund erstmals Grüne Bundeswertpapiere emittiert. Die Finanzagentur hatte für den Bund im September 2020 die erste 10-jährige Grüne Bundesanleihe und im November 2020 die erste 5-jährige Grüne Bundesobligation an den Markt gebracht. Das Emissionsvolumen der 10-jährigen Grünen Bundesanleihe betrug 6,5 Mrd. Euro, das der 5-jährigen Grünen Bundesobligation 5 Mrd. Euro.

Grafik grüne Bundeswertpapiere BildVergroessern
Quelle:  Bundesministerium der Finanzen

Green Bond Framework

Grünen Bundeswertpapieren werden Ausgaben des Bundes aus dem abgeschlossenen, vorhergehenden Haushaltsjahr zugeordnet, die gut für das Klima und die Umwelt sind. Das Rahmenwerk für Grüne Bundeswertpapiere („Green Bond Framework“) enthält mögliche grüne Ausgabenkategorien, die den grünen Bundeswertpapieren zugeordnet werden können. Die Ausgaben wurden in fünf zentrale Themenfelder eingeteilt:

  1. Verkehr
  2. Internationale Zusammenarbeit
  3. Forschung, Innovation und Information
  4. Energie und Industrie
  5. Land- und Forstwirtschaft sowie Naturlandschaften

Das Framework schafft somit Transparenz über diese Haushaltsausgaben und deren Wirkung. Es steht auf www.deutsche-finanzagentur.de zum Download bereit.

Erster Allokationsbericht des Bundes

Am 20. April 2021 legte der Bund den ersten Allokationsbericht für Grüne Bundeswertpapiere vor. Der „Green bond allocation report 2020“ listet die als grün anerkannten Ausgaben des Bundeshaushalts 2019 auf und ordnet diese den Emissionserlösen der 2020 begebenen Grünen Bundeswertpapiere in Höhe von 11,5 Mrd. Euro zu. Den Emissionserlösen stehen anrechenbare grüne Ausgaben des Haushaltsjahres 2019 in Höhe von insgesamt 12,3 Mrd. Euro gegenüber.

Final wurden für das Jahr 2019 Haushaltsausgaben von rund 12,3 Mrd. Euro als grün anerkannt. Gemäß Green Bond Framework hat das Kernteam aus Bundesministerium der Finanzen (Vorsitz), Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit und Finanzagentur die grünen Ausgaben unter Berücksichtigung etablierter internationaler Marktstandards ausgewählt und diese den Emissionserlösen des folgenden Jahres zugeordnet.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte hat eine externe Prüfung der Allokation vorgenommen und die Zuordnung der Emissionserlöse zu den grünen Ausgaben bestätigt („Third Party Verification“).

Weitere Schritte

Der Bund wird dem „Green Bond Framework“ folgend künftig auch über die Wirkung der grünen Ausgaben auf Umwelt und Klima berichten. Der Wirkungsbericht wird, bezogen auf die grünen Haushaltsausgaben 2019 bzw. die im Jahr 2020 emittierten Grünen Bundeswertpapiere, voraussichtlich erstmals Mitte 2022 veröffentlicht werden.

Der Bund beabsichtigt, aktiv zur Weiterentwicklung des Markts für nachhaltige Staatsanleihen beizutragen. So haben BMF und Finanzagentur bereits angekündigt, im Mai 2021 die erste Grüne Bundesanleihe mit 30-jähriger Laufzeit zu begeben. Dadurch wird eine grüne Renditekurve entstehen, die den Sustainable Finance-Markt weiter stärken und den Bund auch im grünen Marktsegment als Benchmark-Emittenten etablieren soll. Dies stärkt auch die Stellung Deutschlands als bedeutendem Sustainable Finance Standort.