Die Finanzminister*innen und Notenbankgouverneur*innen billigten die Aktualisierung des G20-Aktionsplans, der eine Reihe von Verpflichtungen enthält, um die internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit in Reaktion auf COVID-19 voranzutreiben. So sieht der Aktionsplan vor, mit Investitionen in Klimaschutz und Digitalisierung nachhaltig und inklusiv aus der Krise herauszuwachsen. Darüber hinaus betont der Aktionsplan die Notwendigkeit eines globalen und gerechten Zugangs zu sicheren Impfstoffen, Diagnostika und Therapeutika für eine effektive Bekämpfung der COVID-19 Pandemie, insbesondere durch die Initiative „Access to COVID-19 Tools Accelerator (ACT-A)“ und ihre COVAX-Fazilität. Die Finanzminister*innen und Notenbankgouverneur*innen bekräftigten ihr Versprechen, den Aktionsplan regelmäßig zu überprüfen, zu aktualisieren, seine Umsetzung zu verfolgen und darüber Bericht zu erstatten. Vor diesem Hintergrund haben sie bei dem Treffen den dritten Fortschrittsbericht zum G20-Aktionsplan verabschiedet.
Die Finanzminister*innen und Notenbankgouverneur*innen vereinbarten, das G20-Schuldenmoratorium (Debt Service Suspension Initiative, DSSI) für die ärmsten Länder letztmalig bis Ende Dezember 2021 zu verlängern. Das Schuldenmoratorium wurde im Zuge von COVID-19 im April 2020 beschlossen. Es gewährt den zugangsberechtigten Ländern einen Zahlungsaufschub für Zins- und Tilgungszahlungen, damit sie mehr finanziellen Spielraum zur Bekämpfung der Corona-Pandemie haben. Die Finanzminister*innen und Notenbankgouverneur*innen bekräftigten, dass die offiziellen bilateralen Gläubiger diese Initiative vollständig und transparent umsetzen sollten. Darüber hinaus betonten die Finanzminister*innen und Notenbankgouverneur*innen, dass in einzelnen Fällen über einen Zahlungsaufschub hinausgehende Schuldenbehandlungen erforderlich sein können. Aus diesem Grund einigten sie sich bereits im November 2020 auf ein multilaterales Rahmenwerk für Schuldenbehandlungen, das sogenannten „Common Framework“. Hier haben die Finanzminister*innen und Notenbankgouverneur*innen Fortschritte bei der Umsetzung erzielt, um schon bald Schuldenrestrukturierungen ggf. mit Erlass für besonders betroffene Länder zu ermöglichen. Sie haben sich darauf verständigt, in den bevorstehenden Verhandlungen der ersten Fälle sicherzustellen, dass alle Gläubigerländer in angemessener Weise am „Common Framework“ teilnehmen und die privaten Gläubiger mindestens zu vergleichbaren Konditionen einbezogen werden.
Über die Schuldenthematik hinaus wurde die Reform der globalen Unternehmensbesteuerung als Antwort auf die Herausforderungen der digitalisierten Wirtschaft diskutiert. Das G20/OECD-Inclusive Framework on BEPS (Base Erosion and Profit Shifting, auf Deutsch etwa Gewinnkürzung und Gewinnverlagerung) arbeitet weiterhin mit Hochdruck an einer Lösung zum sogenannten Zwei-Säulen-Projekt. Die beiden Säulen des Reformvorhabens umfassen die Besteuerung der digitalisierten Wirtschaft und den deutsch-französischen Vorschlag für eine globale effektive Mindestbesteuerung. Die Finanzminister*innen und Notenbankgouverneur*innen bekräftigten ihr Ziel, eine Verständigung über die noch offenen Fragen bis Mitte 2021 zu erreichen. Die positiven Signale der neuen US-Administration und fortlaufend konstruktive Gespräche stimmen zuversichtlich, dass der Abschluss des Zwei-Säulen-Projekts bis Sommer gelingen wird. Das BEPS-Projekt wurde 2013 mit dem Ziel gegründet, gegen den schädlichen Steuerwettbewerb der Staaten und aggressive Steuerplanungen international tätiger Konzerne vorzugehen.
Die Finanzminister*innen und Notenbankgouverneur*innen teilten die Analyse des Financial Stability Boards (FSB) über das Risiko einer verfrühten Rücknahme von Unterstützungsmaßnahmen und stimmten darin überein, dass eine zielgenaue Ausrichtung der Maßnahmen sowie eine abgestufte und schrittweise Rücknahme erforderlich sind. Sie betonten die Bedeutung angemessener Kommunikation, wenn die Zeit für die Rücknahme der aktuellen Unterstützungsmaßnahmen gekommen ist, um die Risiken für die Finanzstabilität zu minimieren. Im Hinblick auf Too-Big-to-Fail-Reformen stellten die G20-Finanzminister*innen und Notenbankgouverneur*innen die Widerstandsfähigkeit des Bankensystems fest und unterstützten weitere Arbeiten zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit von Finanzintermediation durch Nichtbanken, insbesondere Geldmarktfonds. Außerdem bekräftigten sie die Bedeutung einer nachhaltigen Finanzwirtschaft und billigten das Arbeitsprogramm der wiedereingesetzten Sustainable Finance Working Group.