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20.04.2022

Nutzen des Euro

Der Euro ist das Symbol der europäischen Integration und bringt Vorteile für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Mitgliedstaaten gleichermaßen.

Seit Beginn der dritten Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion 1999 haben inzwischen 19 Mitgliedstaaten der Europäischen Union ihre nationalen Währungen aufgegeben und den Euro als Gemeinschaftswährung übernommen. Der Euro ist heute gesetzliches Zahlungsmittel für rund 341 Millionen Menschen. Die einheitliche Währung ist das bislang am weitesten reichende Ergebnis der europäischen Integration – und zugleich ihr Symbol weit über die europäischen Grenzen hinaus. Neben der symbolischen Wirkung bringt der Euro vor allem wirtschaftliche Vorteile für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Mitgliedstaaten gleichermaßen. Durch den Abbau von Handelshindernissen und die Verminderung von Transaktionskosten fördert die gemeinsame Währung den zentralsten Auftrag der Europäischen Union, den europäischen Binnenmarkt, und damit Wachstum und Beschäftigung. Die einheitliche Währungspolitik erfordert darüber hinaus eine enge Kooperation zwischen den teilnehmenden Mitgliedstaaten in allen Bereichen der Wirtschafts- und Finanzpolitik. Der Euro treibt damit die Weiterentwicklung der Europäischen Union voran.

Der Euro als Symbol der Europäischen Integration

Nationale Währungen sind traditionell eng mit der nationalen Souveränität eines Staates verbunden. Das Aufgeben dieser Währungen und die Einführung des Euro sowie die damit verbundene Übertragung der währungspolitischen Kompetenzen auf die Europäische Zentralbank verdeutlichen das stetige Streben um einen immer engeren Zusammenschluss der europäischen Länder. Die Symbolkraft des Euro zeigt sich auch in der Gestaltung der gemeinsamen Währung. Als Zeichen nationaler Souveränität sind Geldscheine typischerweise mit nationalen Symbolen versehen. Die Gestaltung der Euro-Münzen mit einer einheitlichen europäischen und einer nationalen Seite vereint die verbindenden europäischen Werte mit den charakteristischen nationalen Werten und ergibt auf diese Weise ein Sinnbild für ein gemeinsames und dennoch vielfältiges Europa.

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Der Euro erleichtert die Mobilität

Für viele Menschen ist die gestiegene Mobilität wohl der spürbarste Vorteil, den die gemeinsame Währung mit sich gebracht hat: Touristinnen und Touristen, Studentinnen und Studenten im Auslandssemester oder auch Geschäftsleute – kein/e Bürger/in muss mehr Geld wechseln, wenn sie/er von Deutschland nach Frankreich oder in ein anderes Land der Eurozone fährt. So sparen die Menschen auf Reisen nicht nur die Wechselgebühren, die Preise sind auch transparenter. Verbraucherinnen und Verbraucher können zum Beispiel beim Autokauf Anbieter aus verschiedenen teilnehmenden Mitgliedstaaten in einer Währung vergleichen, ohne Umrechnungen vornehmen zu müssen.

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Die Exportnation Deutschland profitiert von der Gemeinschaftswährung

Die deutsche Wirtschaft ist stark exportorientiert und profitiert davon, dass es innerhalb der Eurozone keine Wechselkursschwankungen mehr gibt. Durch den Wegfall der Wechselkursrisiken sparen deutsche Unternehmen Jahr für Jahr Transaktionskosten in erheblichem Umfang. Auch die Verbraucherinnen und Verbraucher profitieren von dieser Entwicklung: Preistransparenz und ein dadurch verstärkter Wettbewerb auf dem europäischen Markt führen zu größerer Produktvielfalt und günstigeren Preisen. Der mit dem Euro verbundene Wegfall dieser Handelshindernisse führte zu einer Vertiefung des europäischen Binnenmarkts, dem inzwischen circa 450 Millionen Verbraucher angehören. Im Jahr 2021 gingen mehr als 50 Prozent der deutschen Exporte in Länder der Europäischen Union und knapp 40 Prozent in Länder der Eurozone. Dies sorgt in Deutschland für Wachstum und schafft Arbeitsplätze.

Kreisdiagramm zeigt die Exporte Deutschlands 2021 Bild vergrößern
Quelle:  Bundesministerium der Finanzen

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Stabiler Wert des Euro

Bei dem Euro handelt es sich um eine stabile Währung. Die befürchtete starke Verteuerung der Waren und Dienstleistungen mit seiner Einführung, der sogenannte „Teuro“, bliebt aus. Im Gegenteil lag die Inflationsrate in Deutschland in den Jahren nach seiner Einführung niedriger als unmittelbar davor zu Zeiten der Deutschen Mark: Die vom Statistischen Bundesamt ermittelte Inflationsrate zeigt, dass die Preissteigerung in den 10 Jahren vor der Eurobargeldeinführung (also noch zu D-Mark-Zeiten) mit durchschnittlich jährlich 2,2 Prozent um 0,6 Prozentpunkte höher war als die Preissteigerung in den 10 Jahren nach der Euroeinführung (1,6 Prozent). Diese offiziell ermittelte Preissteigerung stellt einen Durchschnittswert dar, der die Preisentwicklung eines angenommenen repräsentativen Warenkorbes widerspiegelt.

Liniendiagramm zeigt die Preisentwicklung in Deutschland vor und nach Einführung des Euro, zwischen 1992 und 2021 Bild vergrößern

Der subjektive Eindruck einiger Konsumentinnen und Konsumenten, dass sich durch die Einführung des  Euro die Teuerungsraten erhöht hätten, spiegelt sich also nicht in den Fakten wider. Auch die am aktuellen Rand sehr stark erhöhten Inflationsraten haben nicht mit dem Euro als Währung zu tun, sondern sind vor allem auf globale Phänomene, wie Lieferkettenprobleme und Engpässe infolge der Pandemie bei gleichzeitig „aufgestauter“ Nachfrage, zurückzuführen. Dazu kommt eine massive Verteuerung von fossilen Energieträgern seit Anfang 2021, zuletzt nochmal deutlich durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine verstärkt. Auch in anderen Währungsräumen wie den Vereinigten Staaten oder dem Vereinigten Königreich waren die Inflationsraten zuletzt stark erhöht – in ähnlicher Größenordnung wie in Deutschland oder sogar noch deutlicher.

Ein weiterer Grund für die Wahrnehmung einer Preissteigerung ist das Verhältnis zwischen der Einkommensentwicklung und der Preisentwicklung. Die in Deutschland für einige Jahre zu verzeichnenden moderaten Lohnsteigerungen führten zu einem leichten Kaufkraftverlust, da die gesamtwirtschaftliche Einkommensentwicklung hinter der Entwicklung der Lebenshaltungskosten und der Verbraucherpreise zurückblieb.

Auch ohne die Einführung des Euro wären Güter und Dienstleistungen einem inflationsbedingten Preisanstieg ausgesetzt. Ein Produkt, das Ende 2001, also vor der Einführung des Eurobargeldes, noch DM 100,00 gekostet hat, würde heute (Ende 2021) rund DM 154 kosten. Diese Teuerung ergibt sich, wenn man die durchschnittliche Teuerungsrate von 2,2 Prozent der letzten zehn Jahre vor der Einführung des Eurobargeldes (1992 – 2001) zugrunde legt. Würde man dagegen die durchschnittliche Teuerungsrate von 1,5 Prozent für die Zeitspanne seit der Einführung des Eurobargeldes (2002-2021) zugrunde legen, ergäbe sich lediglich ein Betrag von rund DM 134.

Im Außenverhältnis – Euro im Verhältnis zu anderen Währungen – spielt zudem die Entwicklung von Wechselkursen eine wichtige Rolle: Verliert eine Währung gegenüber einer anderen stark an Wert, besteht das Risiko, dass Anlegerinnen und Anleger und Verbraucherinnen und Verbraucher das Vertrauen verlieren und ihre Vermögenswerte ebenfalls in Fremdwährungen eintauschen. Aus der Abwertung der eigenen Währung entsteht zudem Inflationsdruck, der sozusagen „importiert“ wird, da die Preise für importierte Güter relativ zur Kaufkraft der eigenen Währung steigen. Auch in dieser Hinsicht ist die Entwicklung des Euro positiv zu bewerten. Bei seiner Einführung als Buchgeld zum Januar 1999 mussten für einen Euro 1,18 US-Dollar bezahlt werden. Drei Jahre später, zur Einführung des Euro als Bargeld, notierte er schwächer, nämlich bei 0,89 US-Dollar. Seitdem allerdings hat der Euro nachhaltig an Stärke gewonnen und kostet dauerhaft stabil über 1 US-Dollar (Aktuelle Tageswerte zu Wechselkurs und Preisentwicklung finden Sie auf der Webseite der EZB). Dieser Wert wurde auch während der Staatsschuldenkrise nie unterschritten. Von einem schwachen Euro kann somit nicht die Rede sein.

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Internationale Bedeutung des Euro

Ein weiteres Indiz für die starke internationale Stellung des Euro ist die Entwicklung hin zur weltweit zweitwichtigsten Reservewährung nach dem US-Dollar. Staaten in aller Welt wollen ihre Fremdwährungsreserven auch in Euro halten, da der Euro stabil, liquide und weithin einsetzbar ist. Das führt nicht nur zu mehr Portfolioinvestitionen in den Euro-Ländern, sondern es verleiht der Eurozone auch mehr Gewicht auf internationaler Ebene. Für europäische Unternehmen sinken beispielsweise im internationalen Handel Wechselkursrisiken, wenn dieser in Euro abgerechnet wird. Die enge Kooperation von Mitgliedstaaten der Eurozone sowie der Europäischen Zentralbank und der Europäischen Kommission ermöglicht es außerdem, die Interessen der Eurozone bei internationalen Wirtschaftstreffen gebündelt zu vermitteln. Die einheitliche Stimme der Eurozone als zweitgrößter Währungsraum hat global eine beträchtliche Bedeutung. Darüber hinaus ist Deutschland als Teil des größten Binnenmarktes der Welt in der Lage, im Konzert der großen Wirtschaftsmächte mitzuspielen und die Globalisierung aktiv mitzugestalten.

Liniendiagramm zeigt den Anteil des Euro an den weltweit bekannten Devisen, von 2001 bis 2021 Bild vergrößern
Quelle:  Bundesministerium der Finanzen