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12.08.2022

Briefmarken und Sammlermünzen

Vorstellung der Sonderpostwertzeichen „Amphibien“ aus der Serie „Für die Jugend“

  • Nummer 21
Briefmarke „Amphibien“ Bild vergrößern

Das Bundesministerium der Finanzen hat im August 2022 die Sonderpostwertzeichen „Amphibien“ aus der Serie „Für die Jugend“ zur Unterstützung der Stiftung Deutsche Jugendmarke e.V. herausgegeben.

Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen, Dr. Florian Tocar, stellt die Briefmarken am Dienstag in Düsseldorf vor. Die Präsentation findet am 16. August 2022 um 13 Uhr im Aquazoo Museum Löbbecke, Kaiserswerther Str. 380, 40474 Düsseldorf statt.

Die Jugendmarken mit einem »Plus« von wenigen Cent werden seit über 50 Jahren zugunsten der Stiftung Deutsche Jugendmarke e.V. herausgegeben. Mit den Pluserlösen fördert die Stiftung zahlreiche Maßnahmen zum Wohle von Kindern und Jugendlichen. Die diesjährigen Jugendmarken zeigen Motive der Amphibien

Bergmolch / Laubfrosch / Feuersalamander

„Amphibien sind ganz besondere Tiere. Sie waren die ersten Wirbeltiere, die vor über 350 Millionen Jahren den Schritt vom Wasser ans Land vollzogen haben. Mit derzeit über 8300 bekannten Arten bewohnen sie, mit Ausnahme der Meere und Pole, fast alle Lebensräume unserer Erde.

Ihre aquatische Herkunft zeigt sich auch heute noch in ihrer Entwicklung. Die meisten Arten, so beispielsweise unsere Grasfrösche, Erdkröten oder Bergmolche, beginnen ihr Leben im Ei und als Larve im Wasser und gehen erst nach einer Metamorphose zum Landleben über. Allerdings gibt es mannigfaltige Variationen von diesen Lebensläufen. So transportieren die Männchen der Geburtshelferkröte die Eischnüre um die Hinterbeine gewickelt so lange in feuchten und sicheren Verstecken an Land, bis die Kaulquappen zum Schlupf bereit sind; die Weibchen der Feuersalamander gebären fertig entwickelte Larven, die sie in Bäche entlassen und der Alpensalamander bringt nach einer Tragzeit von 2 bis 3 Jahren zwei fertig entwickelte Jungtiere zur Welt. Amphibien haben eine für viele Stoffe durchlässige, ständig feuchte Haut. Um diese vor Mikroorganismen zu schützen produzieren die verschiedenen Amphibienarten eine große Zahl unterschiedlichster chemischer Stoffe, die bei manchen Arten auch zur Feindabwehr weiterentwickelt wurden, was beispielsweise auch die Warnfärbungen bei Feuersalamandern, Gelb- und Rotbauchunken gut sichtbar kundtun. Viele Derivate dieser Stoffe finden heute in der Schmerz-, Krebs- und sogar Aidstherapie eine Anwendung auch bei uns Menschen. Die durchlässige Haut, ihr Leben in zwei Umwelten und ihre hohen Ansprüche an die Lebensräume machen Amphibien aber leider auch zu den gefährdetsten Lebewesen unserer Erde. Etwa 40 % aller bekannter Arten sind vom Aussterben bedroht.

In Deutschland leben 21 Molch-, Salamander-, Unken-, Kröten- und Froscharten, sieben von ihnen stehen auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Arten. Eine weitere, der Feuersalamander, kämpft derzeit wegen einer invasiven Pilzkrankheit um sein Überleben in Deutschland.“

(Text: Dr. Mark-Oliver Rödel, Museum für Naturkunde, Berlin)

Die Sonderpostwertzeichen und die Erstagsstempel wurden von Prof. Annette Le Fort und Prof. André Heers aus Berlin gestaltet; Foto Bergmolch: © Shutterstock / Ihor Hvozdetskyi, Wert 85 + 40 Cent; Foto Laubfrosch: © Heike Lorbeer, Wert 100 + 45 Cent; Foto Feuersalamander: © Stefan Staub, Wert 160 + 55 Cent. Die Briefmarken sind seit dem 4. August 2022 in den Verkaufsstellen der Deutschen Post AG erhältlich.